Farben Egger
in BadTölz.
Eine Familiengeschichte.
Farben Egger
in BadTölz.
Eine Familien-Geschichte.
Gründung 1908 - Pretzner & Egger
Im Jahr 1908 entstand in Bad Tölz das Unternehmen „Pretzner & Egger – Werkstätten für dekorative Kunst“.
Gegründet wurde der Betrieb an der damaligen Adresse Bahnhofstraße 14 / Ecke Wachterstraße 1 von Johann Pretzner, seiner Tochter Maria Egger geb. Pretzner und ihrem Ehemann Josef Egger, einem Geschäftsmann aus der Nähe von Passau.
Johann Pretzner bildete als erfahrener Handwerker die erste Generation der Gründerfamilie. Maria und Josef Egger gehörten zur zweiten Generation. Gemeinsam prägten sie den jungen Betrieb in seinen Anfangsjahren.
Am 12. November 1908 erschien die erste Anzeige von „Pretzner & Egger“ im Tölzer Kurier – der öffentliche Startpunkt einer Unternehmensgeschichte, die bis heute in sechster Generation fortgeführt wird.
Johann Pretzner mit Enkelsohn Bruno Egger senior
Josef Egger
Maria Egger
Schwierige Zeiten & neue Führung
Seid Gründung war im Geschäftsgebäude ein kleiner, gut sortierter Laden, welcher Farben, Lacke und sonstige Maleruntersilien verkaufte. Hinter dem Hauptgebäude waren weitere Lagerräume und Werkstätten.
In dieser Phase trat auch Max Lickleder in das Unternehmen ein. Nach dem frühen Tod von Josef Egger wurde er der zweite Ehemann von Maria Egger und übernahm ab 1925 Verantwortung in der Geschäftsführung.
Die abgebildete Werbeanzeige aus dem Jahr 1920 dokumentiert diesen wichtigen Abschnitt der Firmengeschichte – eine Zeit des Aufbruchs und der Neuorientierung.
Geschäftsgebäude um 1920
Max Lickleder, 2. Ehemann von Maria Egger
Wechsel zur
3. Generation
Im Jahr 1930 übernahm Bruno Egger senior, der Sohn von Maria und Josef Egger, die Verantwortung im Familienbetrieb – der Beginn der dritten Generation bei Farben Egger.
Zuvor hatte er eine fundierte Ausbildung zum Maler absolviert und diese erfolgreich zum Malermeister weitergeführt. Sein Engagement prägte die Weiterentwicklung des Betriebs in den folgenden Jahrzehnten nachhaltig.
Das Foto aus dieser Zeit zeigt Bruno Egger bei der Arbeit an einem Fassadenfresko in der Kogelauffahrt in Bad Tölz – ein Beispiel für die handwerkliche Qualität und das künstlerische Anspruchsniveau, das den Betrieb auch in den folgenden Jahrzehnten auszeichnete.
Bruno Egger Senior
Bruno Egger Senior - Arbeit an einem Fassadenfresko
Kriegsjahre und frühe Verantwortung
Die Kriegsjahre der 1940er stellten auch Farben Egger vor große Herausforderungen. Viele Maler und Mitarbeiter wurden eingezogen – einige von ihnen kehrten nicht zurück.
Der Betrieb musste dennoch weiterlaufen, oft unter extrem schwierigen Bedingungen. In dieser Zeit wurde 1938 Bruno Egger junior geboren. Bereits als Kind wollte er kleine Aufgaben im Familienbetrieb übernehmen.
Das Foto links zeigt ihn 1942, im Alter von vier Jahren, beim Lackieren der Werkstatttore.
Das Foto unten zeigt schließlich jene Maler, die nach Kriegsende nach Bad Tölz zurückkehrten und gemeinsam mit der Familie Egger den Wiederaufbau und Neubeginn des Unternehmens möglich machten.
Kriegsrückkehrer nach 1945
Bruno Egger Junior im Alter von 4 Jahren
Aufschwung und ein neuer Meister
In den 1950er Jahren beginnt für Farben Egger eine Phase des Aufbruchs und der Modernisierung.
Gleichzeitig tritt Bruno Egger junior endgültig in die Fußstapfen seines Vaters. Von 1956 bis 1960 besucht er die Meisterschule – und schließt diese mit Bravour ab.
Mit seinem handwerklichen Können und frischen Ideen prägt er maßgeblich den Stil des Unternehmens in den kommenden Jahrzehnten, anfangs gemeinsam mit seinem Vater Bruno Egger senior.
Auch die Werbung verändert sich: Sie wird farbiger, moderner und zeitgemäßer – Kinowerbung ist ein Spiegelbild des wirtschaftlichen Aufschwungs und des sich wandelnden Geschmacks der 50er Jahre.
Kinowerbung in den 1950er Jahren
Firmengebäude nach dem Umbau 1957
Bruno Egger Junior in der Meisterklasse
Start der
4. Generation
In den 1960er Jahren wächst Farben Egger weiter.
Das Geschäftsgebäude wird erweitert, und auch das Ladengeschäft erhält einen zusätzlichen Anbau, um dem steigenden Bedarf an Waren und Beratung gerecht zu werden.
1961 übernimmt Bruno Egger junior offiziell die Geschäftsleitung – damit beginnt die vierte Generation im Familienunternehmen.
Sein handwerkliches Können, sein Organisationstalent und sein Gespür für neue Entwicklungen prägen den Betrieb nachhaltig.
Im gleichen Jahr wird auch ein wichtiges Stück Firmengeschichte angeschafft: das erste eigene Firmenfahrzeug, ein VW T1, der gebraucht von den Stadtwerken Bad Tölz übernommen wird. Dieses Fahrzeug steht sinnbildlich für die zunehmende Mobilität und Professionalisierung des Unternehmens.
Bruno Egger Junior 1961
Firmengebäude nach der Erweiterung 1968
VW T1 - erster eigener Firmenwagen
Sortiment, Stil und die 5. Generation
In den 1970er Jahren entwickelt sich Farben Egger konsequent weiter. Der Ladenausbau schreitet voran, die Verkaufsflächen werden größer und vielfältiger.
Gleichzeitig wächst das Sortiment stetig – Farben, Lacke, Werkzeuge und moderne Materialien erweitern das Angebot für Handwerk und Privatkunden.
Inzwischen schnuppert bereits die fünfte Generation in den Familienbetrieb hinein. Robert Egger, geboren 1967, ist auf einem der Fotos beim Lackieren zu sehen – ein frühes Zeichen dafür, wie selbstverständlich die handwerkliche Tradition innerhalb der Familie weitergegeben wird.
Auch der Werbestil passt sich der Zeit an:
kurz, prägnant und modern.
Ladengeschäft in den 1970er Jahren
Robert Egger im alter von 8 Jahren
Zeitungswerbung in den 1970er Jahren
Zeitungswerbung in den 1970er Jahren
Ausbildung, Auszeichnung und Weichen für die Zukunft
In den 1980er Jahren setzt sich die handwerkliche Tradition der Familie fort: Robert Egger absolviert seine Ausbildung im Malerhandwerk und schließt diese 1985 mit einem vielbeachteten Gesellenstück zur Tölzer Geschichte ab.
Sein weiterer Weg führt ihn an die Meister- und Technikerschule, die er 1990 mit Auszeichnung beendet – ein klares Zeichen für Qualität, Anspruch und Engagement der fünften Generation.
In den 1990er Jahren erhält das Firmengebäude ein drittes Geschoss und wächst damit sichtbar mit den Anforderungen eines modernen Malerei- und Fachbetriebs.
Robert Egger mit einem Kollegen bei Restaurierungsarbeiten
Robert Egger mit Gesellenstück
Ausbau Dachgeschoß um 1980
Mitarbeiter beim Ausbau des Dachgeschoßes
Die 5. Generation und neue restauratorische Kompetenz
Mit dem Jahr 1991 beginnt bei Farben Egger ein neues Kapitel:
Robert Egger übernimmt in 5. Generation die Geschäftsführung und führt damit die lange Familientradition fort.
Im selben Jahr schließt er zusätzlich die Ausbildung zum Restaurator ab – ein Qualifikationsschritt, der das Leistungsspektrum des Betriebs nachhaltig erweitert. In der Folge übernimmt Farben Egger zahlreiche Restaurierungsaufträge, darunter anspruchsvolle Arbeiten an historischen Fassaden, Innenräumen und denkmalgeschützten Objekten.
Mit fachlicher Exzellenz, handwerklicher Präzision und tiefem Respekt für die regionale Baukultur prägt das Unternehmen in diesem Jahrzehnt zahlreiche Projekte im Tölzer Land und weit darüber hinaus.
Robert Egger bei Restaurierungsarbeiten an Hl. Johannes von Nepomuk (Figur am Taubenloch an der Isar in Bad Tölz)
Robert Egger mit Lackplatte aus der Meisterschule
Bruno Egger Junior bei Restaurierungsarbeiten einer Leonhardikutsche für Altbürgermeister Mayer (Ellbach)
Abschlussklasse des Restauratorenkurses 1991
100. Jubiläum und der Blick in die Zukunft
Die 2000er Jahre markieren für Farben Egger ein Jahrzehnt der Tradition und Zukunftsorientierung.
2008 feiert das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen – ein Meilenstein, der die außergewöhnliche Beständigkeit und das handwerkliche Können von fünf Generationen würdigt.
Das Jubiläum steht zugleich für die enge Verbindung zwischen Familiengeschichte, regionalem Handwerk und modernem Fachbetrieb.
Ein weiterer bedeutender Schritt in die Zukunft folgte im Jahr 2001 mit der Geburt von Moritz Egger. Gemeinsam mit seiner Schwester Elisabeth Egger, geboren 1999, bilden sie die sechste Generation der Familie.
Damit beginnt ein neues Kapitel der Firmengeschichte, das die Tradition weiterträgt und gleichzeitig Raum für moderne Entwicklungen schafft.
100 Jahre Farben Egger - Zeitungsanzeige
Moritz Egger im Alter von 4 Jahren im Betriebshof
Wachstum, Wandel und die nächste Generation
Die 2010er-Jahre waren für Farben Egger eine Zeit des spürbaren Wachstums und der Weichenstellungen für die Zukunft. Im Laden wurde das Sortiment gezielt um hochwertige Produkte und Materialien der Firma EinzA erweitert. In der Malerei wuchs unter der Leitung von Robert Egger nicht nur die Mitarbeiterzahl, sondern auch die Reichweite und Bekanntheit in der Region.
Gleichzeitig begann die nächste Generation aktiv mitzuwirken: Elisabeth Egger absolvierte von 2015 bis 2018 ihre Ausbildung zur Maler- und Lackiererin. Es folgten die Weiterbildungen zur staatlich geprüften Farb- und Lacktechnikerin sowie zur Malermeisterin von 2019 bis 2021. Auch Moritz Egger entschied sich bewusst für das Handwerk und schloss seine Ausbildung zum Maler- und Lackierer in den Jahren 2018 bis 2021 ab. Damit legten die 2010er-Jahre das Fundament für die heutige Ausrichtung unseres Familienbetriebs.
Kompetenz, Fortschritt und Zukunftssicherung
Die 2020er-Jahre stehen bei Farben Egger ganz im Zeichen der Weiterentwicklung und der bewussten Ausrichtung auf die Zukunft. Bestehende Strukturen wurden modernisiert und an neue Anforderungen angepasst. Elisabeth Egger erweiterte ihr fachliches Profil 2022 mit dem Abschluss zur geprüften Betriebswirtin nach der Handwerksordnung. Parallel dazu vertiefte sie ihr handwerkliches Wissen als Restauratorin im Handwerk in drei Wintersemestern von 2022 bis 2024.
Auch Moritz Egger setzte klare Schwerpunkte auf Qualität und Fachwissen: Von 2021 bis 2022 nahm er am Leistungskurs für Maler teil und erlernte dort historische wie auch moderne Techniken. Es folgten die Abschlüsse zum staatlich geprüften Farb- und Lacktechniker sowie zum Malermeister in den Jahren 2022 bis 2024. Mit der Weiterbildung zum geprüften Betriebswirt nach der Handwerksordnung 2025 verbindet er handwerkliche Präzision mit unternehmerischem Denken.